Nähwissen kompakt – Fadenspannung prüfen

Damit Sie ein sauberes und akurates Nähergebnis erzielen, ist der erste Schritt immer der Wichtigste: Die Fadenspannung prüfen! In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Ober- und Unterfadenspannung selbst überprüfen können und erhalten nützliche Tipps zur korrekten Spannung des Fadens.

Oberfadenspannung prüfen

Zu schwache Spannung
Zu geringe Spannung führt zu einem losen Stich mit Schlaufen. Die Knötchen der Ober- und Unterfadenverschlingung sind auf der unteren Stoffseite sichtbar.

Zu starke Spannung
Zu hohe Spannung verursacht einen zu engen Stich bzw. eine Kräuselnaht, die sich zusammenzieht. Die Knötchen der Ober- und Unterfadenverschlingung sind auf der oberen Stoffseite sichtbar.

Korrekte Spannung
Ober- und Unterfaden verschlingen sich zwischen den Stofflagen, sodass die Knötchen nicht zu sehen sind und die Stiche auf der Ober- und Unterseite gleichmäßig erscheinen. Die kleinstmögliche Oberfadenspannung erzielt den schönsten Geradstich.

Die kleinstmögliche Oberfadenspannung erzielt den schönsten Geradstich.

 

 

 

 

Unterfadenspannung prüfen

Fadenspannung richtig prüfen - Nähwissen kompaktBei Nähmaschinen mit herausnehmbarer, separater Spulenkapsel lässt sich die Unterfadenspannung durch Drehen der Einstellschraube an der Spulenkapsel korrigieren. Wird bei einem Nähmaschinenmodell die Spule waagrecht in eine integrierte Spulenkapselvorrichtung eingelegt, ist dies nicht möglich.
So prüfen Sie die Unterfadenspannung: Bei Nähmaschinen mit Spulenkapseln zur Kontrolle der Unterfadenspannung die volle Spule in die Kapsel einlegen, den Faden durch den Schlitz und unter die Feder ziehen. Dann das Fadenende festhalten und ruckartig nach oben bewegen – dabei muss die Spulenkapsel langsam bzw. stufenweise nach unten gleiten. Bewegt sich die Kapsel nicht oder zu schnell, muss die Spannung erneut eingestellt werden.

Nähwissen kompakt - Fadenspannung regulierenDie Spannung des Unterfadens kann durch drehen der Einstellschraube reguliert werden. Drehen im Uhrzeigersinn erhöht die Spannung, drehen gegen den Uhrzeigersinn reduziert sie.

 

Näh-TIPP: Ein identisches Nahtbild auf Ober- und Unterseite wird normalerweise nur beim Geradstich erzielt. Bei Ziernähten und Knopflöchern sollte die Oberfadenspannung etwas reduziert werden, sodass die Verknotungen auf der Unterseite sichtbar sind.
Text: Karin Roser

4 Gedanken zu “Nähwissen kompakt – Fadenspannung prüfen

  1. Bei meiner Nähmaschine kann man die Spannung selber gar nicht mehr einstellen, diese macht es völlig alleine.
    Liebe Grüße Kathrin L

    • Liebe Kathrin,

      vielen Dank für Ihren Hinweis. Die Fadenspannung lässt sich nur kontrollieren, wenn sie eine separate Spulenkapsel hat.
      Aus diesem Grund haben wir unseren Beitrag wie folgt angepasst:

      Unterfadenspannung
      Bei Nähmaschinen mit herausnehmbarer, separater Spulenkapsel lässt sich die Unterfadenspannung durch Drehen der Einstellschraube an der Spulenkapsel korrigieren. Wird bei einem Nähmaschinenmodell die Spule waagrecht in eine integrierte Spulenkapselvorrichtung eingelegt, ist dies nicht möglich.

      Viele Grüße aus der Online-Redaktion

      • Liebe Online-Redaktion,
        Ich war nur nach dem ersten Moment einfach immer wieder am schauen, wo es doch bei meiner Maschine am schauen 😉 Hatte nach dem Händlergespräch dann die Antwort bekommen.
        Eure Seite finde ich dennoch echt klasse!!!
        Auch das Buch!!!
        Lieben Gruß Kathrin

  2. Die Fadenspannung kann auch sehr gut mit einem grossen Zick-Zackstich kontrollieren.
    Am Besten mit unterschiedlichen Farben.
    Beim nähen mit Gradstich werden oft zu kleine Stiche gewählt, so dass es Wellen gibt. Fälschlicherweise denkt man dann die Fadenspannung stimme nicht.

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